Der Grund: Wer mit der Touren Service Schweda GmbH Frankreich entdeckt, lernt das Land kennen wie seine Westentasche. Seit 40 Jahren organisiert das Unternehmen als Paketreiseveranstalter Gruppenreisen in sämtliche Regionen einer der facettenreichsten Destinationen Europas. Die Spezialisierung war und ist Familiensache, denn geboren wurde Touren Service Schweda aus der Verbindung eines Deutschen und einer Französin: Joachim Schweda und Anne Lecat-Schweda machten ihre Liebe zu Frankreich zum Beruf und absolutes Insider-Know-how zu ihrer Erfolgsstrategie. Was sie zu zweit starteten, wuchs über die zurückliegenden 40 Jahre zu einem Unternehmen mit 40 Mitarbeitern – die samt Ehepartnern zur Jubiläumsveranstaltung Mitte
Oktober ebenso eingeladen wurden wie die treuesten Kunden und Leistungsträger, die das Unternehmen bis heute begleiten.
„Wir feiern mit 135 Gästen“, verrät Geschäftsführer Georg Steiner. Der 50-jährige entschied im Dezember 2022, beruflich auf Schwedas zu setzen. Von Anfang an mit Blick auf die Übernahme der Geschäftsführung gemeinsam mit dem jüngsten Sohn von Joachim und Anne, dem 30-jährigen Philipp Schweda. Seit Juli 2025 bilden die beiden die neue Doppelspitze des Unternehmens. „Meine Eltern haben ihren Rückzug sehr behutsam und mit Bedacht vorbereitet“, sagt Philipp Schweda. Ihm fließt so viel Frankreich in den Adern, dass er sogar mit französischem Akzent spricht, obwohl er in Deutschland geboren wurde. „Ich bin dennoch größtenteils in Frankreich aufgewachsen, habe an der Hotelfachschule in Lausanne Hotelmanagement und Tourismus studiert und dann in Paris meinen Master in Marketing und Digitaler Kommunikation erworben.“
Wie seine Brüder Michael und Christian legte er sowohl das deutsche als auch das französische Abitur ab. Obwohl die drei Brüder alle bilingual erzogen und von Kindesbeinen an für Reisen nach Frankreich begeistert wurden, zog es letztlich nur Philipp in den Tourismus. „Mein ältester Bruder, Michael, arbeitet als selbständiger IT-Berater in Brüssel. Christian ist Schauspieler.“ Wer eine Vorliebe für französische Filme hat, hat ihn vielleicht in „Couleurs de l’incendie“ („Farben des Feuers“) gesehen. Mit seinem Faible für Frankreich und seiner touristischen Expertise könnte Georg Steiner kaum besser ins CEO-Gespann Steiner/Schweda passen. Von Haus aus Tourismuskaufmann hat er die Branche von der Pieke auf kennengelernt, viele Jahre in der Hotellerie, in den USA und auch in Frankreich. Ursprünglich stammt Steiner aus Österreich, wo auch seine Familie lebt und Teil eines gelingenden Spagats zwischen dem Schweda-Unternehmenssitz in Kehl am Rhein und der Alpenrepublik ist. Gruppenreise-Know-how eignete sich Georg Steiner im Zuge seiner Tätigkeit für die Tiroler Incoming-Agentur Travel Partner an. Er konzipierte Projekte, Events und klassische Paketreisen. „Mit Touren Service Schweda hatte ich über die Jahre immer mal wieder zu tun“, erinnert er sich. „Dass ich eines Tages dort Geschäftsführer werde, hätte ich bis 2022 dennoch nicht gedacht.“
Frankreich anders erleben
Ihm gefällt der Spezialisierungsgedanke, der bei Schweda das Leitmotiv ist und nicht zuletzt für intensive Kontakte in die französischen Regionen und zu den dortigen Tourismusanbietern sorgt. „Es ist etwas anderes, so nah und so vertraut mit den Partnern vor Ort zu sein“, sagt er. „Es ergeben sich in gewisser Weise ‚innigere‘ Reiseprogramme, auch abseits der sogenannten ‚Must-Haves‘ oder ‚Must-Sees‘, der Sehenswürdigkeiten also, die ‚man‘ gesehen haben ‚muss‘, wenn man Frankreich besucht.“ Reisen in der Westentasche befördern andere Reiseerlebnisse zu Tage, das Ausgefallene, das Besondere und das, was eine Reise im besten Wortsinn menschlich macht. Dafür gab es vom französischen Tourismusamt im Jahr 2006 die Goldmedaille für Tourismus. „Gruppenreisenden zu ermöglichen, Frankreich wirklich zu erfahren, es kennenzulernen wie einen Ort, an dem man zu Hause ist, ist das, was den Spezialisten vom Generalisten unterscheidet“, so Steiner. „Ich genieße das sehr, weil es seinerseits dem Geschäft erlaubt, auch eine Herzensangelegenheit zu sein.“
Was die Gäste der Jubiläumsveranstaltung erwartet, soll eine Überraschung sein. Gefeiert wird in Straßburg, an einem Freitag und Samstag, mit einer großen Gala am Samstagabend. Das Jubiläum erscheint wie Abschied und Anfang zugleich. Wohin es für Touren Service Schweda von dort aus gehen soll, ist klar: „Steil nach oben“, meint Georg Steiner und lacht. „Nein, im Ernst: Die bisherige Unternehmensstrategie werden wir beibehalten und neue Märkte erschließen.“
Expansion Spezial
Deshalb ist Philipp Schweda derzeit in der halben Welt unterwegs. Gerade ist er aus Japan zurückgekehrt. „Wir wollen unser Frankreich-Know-how und unsere Verbindungen dorthin auch für Reisegruppen von außerhalb der DACH-Region zugänglich machen“, verrät er. „Neben Kunden aus Japan streben wir speziell Partnerschaften mit Reiseunternehmen aus Osteuropa, Spanien und Kanada an.“ Die Gruppen kommen per Flugzeug nach Frankreich und sind innerhalb des Landes mit Reisebussen unterwegs. „Auch hier wollen wir uns nur auf ganz bestimmte Länder beschränken und unseren Hauptfokus auf Qualität und das ‚gewisse Etwas‘ legen.“ Und da die Zukunft digital ist, wollen Philipp Schweda und Georg Steiner auch diesen Bereich ausbauen. „Unsere neue Website mit integrierter KI steht bereits unmittelbar vor der Vollendung“, sagen die beiden. Ins Unternehmen selbst sollen neue Technologien ebenfalls Einzug halten, auch KI. „Diesbezüglich ist das Ziel, unseren Mitarbeitern den zeitlichen Freiraum zu schaffen, den sie für die Betreuung unserer Kunden brauchen. KI hat die Aufgabe, Arbeit zu erleichtern, Service ist aber nur dann echter Service, wenn er menschlich ist und bleibt, wenn Menschen einander begegnen, beraten und unterstützen. Das wird ganz klar unsere Prämisse in Sachen Digitalisierung bleiben.“ Judith Böhnke