Mit dem Projekt „Modernisierung der Informations- und Kommunikations-Technologien“ (MIKT) wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe ihre Fahrzeuge, Leitstellen und Fahrgastinformationssysteme stärker miteinander vernetzen. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar übergab den Förderbescheid am 28. Oktober 2026 an die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach und Lars Seiffert. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 23,66 Millionen Euro.
Hintergrund der Investition ist unter anderem die veraltete technische Infrastruktur. Teile der bisherigen Kommunikations- und Hintergrundsysteme stammen nach Angaben der DVB noch aus den 1990er-Jahren. Zudem müssen die Verkehrsbetriebe ihre Funktechnik erneuern, weil bisher genutzte Funkfrequenzen nach Angaben des Unternehmens von der Bundesnetzagentur bis 2029 abgekündigt werden.
KI soll Verkehrsleitstelle unterstützen
Das Modernisierungsprogramm umfasst neun Teilprojekte. Dazu gehört erstmals der Einsatz einer KI-gestützten Anwendung in der Dresdner Verkehrsleitstelle. Sie soll bei Streckensperrungen, Unfällen oder Fahrzeugausfällen geeignete Umleitungsstrecken für Busse und Straßenbahnen ermitteln und damit die Disposition unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erneuerung der Funktechnik. Sie soll die Kommunikation zwischen Fahrpersonal, Leitstelle und Verkehrsanlagen verbessern und insbesondere bei Betriebsstörungen eine schnellere Reaktion ermöglichen. Nach Angaben der DVB soll die neue Funktechnik zudem sicherstellen, dass das Fahrpersonal die Leitstelle auch in Gefahrensituationen zuverlässig erreichen und schneller Unterstützung anfordern kann.
Intelligente Ampelsteuerung für Busse und Straßenbahnen
Für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur wollen die DVB Komponenten sogenannter kooperativer intelligenter Verkehrssysteme (C-ITS) einsetzen. Diese ermöglichen einen gesicherten Datenaustausch und schaffen die technische Grundlage für eine verkehrsabhängige Ampelsteuerung. Die Technik soll damit zur Beschleunigung des Bus- und Straßenbahnverkehrs beitragen.
Auch die Fahrgastinformation soll künftig schneller auf Störungen reagieren. Ein neues Hintergrundsystem soll entsprechende Meldungen zeitnah über verschiedene Kanäle bereitstellen, darunter digitale Anzeigen in Fahrzeugen und an Haltestellen sowie die DVB-App. In den Straßenbahnen werden zudem ältere Monitore durch hochauflösende Displays ersetzt. Die Internetseite des Unternehmens soll überarbeitet und für eine barrierefreie Nutzung auf unterschiedlichen Endgeräten angepasst werden.
Darüber hinaus planen die DVB, die Auslastung ihrer Fahrzeuge genauer zu erfassen. Anonym erhobene Fahrgastzahlen sollen fortlaufend an die Hintergrundsysteme übertragen werden. Fahrgäste könnten sich damit bereits vor der Abfahrt über die voraussichtliche Belegung informieren. Für die Verkehrsplanung liefern die Daten zugleich eine Grundlage, um Fahrzeuggrößen und Kapazitäten besser auf die tatsächliche Nachfrage abzustimmen.
EU und Sachsen übernehmen Großteil der Kosten
Von den bewilligten 17,75 Millionen Euro stammen 14,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Weitere 3,55 Millionen Euro stellt der Freistaat Sachsen über die Förderrichtlinie Mobilität bereit. Damit decken die öffentlichen Zuschüsse rund 75 Prozent der veranschlagten Projektkosten.
Die neun Teilprojekte sollen innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung der Betriebssteuerung, die zuverlässigere Kommunikation zwischen Fahrpersonal und Leitstelle sowie eine schnellere Fahrgastinformation.