Zu den wichtigsten Änderungen gehört eine Reduktion der maximalen Größe organisierter Touristengruppen auf nicht mehr als 40 Personen. Ab dem 20. Teilnehmer müssen diese Gruppen über drahtlose Headsets mit ihren Reiseleitern kommunizieren – der Einsatz von Lautsprechern wurde verboten. Die Reiseleiter dürfen auch keine Regenschirme, Fähnchen oder sonstigen auffälligen Gegenstände mehr nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Und: Die Gruppen müssen „geschlossen bleiben“, damit sie nicht zu viel Platz auf den Gehwegen und in den Fußgängerzonen einnehmen. Teilweise wird den Gruppen auch vorgeschrieben, welche Straßenseite sie benutzen müssen, wenn sie sich bestimmten Sehenswürdigkeiten nähern bzw. sich von diesen wieder wegbewegen. Parken im Hafengebiet und in den Straßen des Zentrums ist außerdem untersagt.

Die Maßnahmen seien das Ergebnis einer Studie des städtischen Polizeikommandos unter der Leitung von Leutnant Daniele De Marini, heißt es in einer Pressemeldung der Comune di Capri. De Martini habe den Maßnahmenkatalog zusammen mit seinen Mitarbeitern und der Tourismusrätin Melania Esposito verfasst, der Stadtrat habe sie dann einstimmig angenommen. Die Entscheidung basiere auf der Notwendigkeit, sich mit der Kontroverse der letzten Jahre auseinanderzusetzen, als unkontrollierte Massen pendelnder Touristen gleichzeitig zu denselben landschaftlich reizvollsten Orten gereist seien, was zu Staus und Warteschlangen auf Gehwegen und in Fußgängerzonen geführt und das Gehen nahezu unmöglich gemacht habe. Die engen Gassen nach Tragara, Certosa, den Gärten des Augustus und dem historischen Zentrum von Capri zu umgehen, sei zu einer Herausforderung geworden.

Laut Capris Bürgermeister Paolo Falco sei die Umsetzung der neuen Verordnung ein Schritt vorwärts bei der Neuorganisation der Touristenströme. Diese solle zu einer größeren Nachhaltigkeit des täglichen Tourismus führen, was wiederum eine Priorität der Verwaltung und der Tourismusrätin Melania Esposito sei. Die Mittelmeerinsel Capri, die im Golf von Neapel liegt, zählt rund 13.000 Einwohner. Im Sommer sind täglich bis zu 50.000 Tagesgäste vor Ort.