Der BW-Index bildet jährlich die zentralen Kostensteigerungen des Busverkehrs in den Bereichen Personal, Kapitalkosten, Instandhaltung, Treibstoff/Energie sowie sonstige Kosten ab, um im Rahmen von Verkehrsleistungsverträgen Vergütungsanpassungen transparent und automatisch an die Kostenentwicklungen anpassen zu können. Der Kostenindex gewährleistet, dass sich die Vergütung dynamisch, entsprechend der realen Kostenentwicklung verändert. Gerade bei ÖPNV-Verkehrsleistungen, bei denen Verträge mit einer Laufzeit von zehn Jahren üblich sind, sei ein solcher Mechanismus von Nöten, damit die Verkehrsleistung über die gesamte Vertragslaufzeit stabil erbracht werden kann, betont der WBO als Verband der Baden-Württembergischen Omnibusunternehmer. Der Index verringere das Risiko, dass langlaufende Verkehrsdienstleistungsverträge angesichts dynamisch steigender Kosten während der Laufzeit in eine Schieflage gerieten. Damit leiste der BW-Index einen wichtigen Beitrag zur Sicherung eines verlässlichen ÖPNV-Angebots in Baden-Württemberg, auch wenn der Ausgleich systembedingt zeitverzögert wirkt und nur einmal jährlich stattfindet.
WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg fordert deshalb eine unterjährige Anpassung, insbesondere vor dem Hintergrund der derzeit massiv steigenden Dieselpreise. „Bei massiven Kostensteigerungen entscheidet nicht der Index, sondern die Abschlagszahlung über die Liquidität der Unternehmen“, mahnt Hüneburg. „Ohne unterjährige Anpassung werden Verkehrsunternehmen gezwungen, Kostenexplosionen vorzufinanzieren – das ist wirtschaftlich auf längere Sicht nicht tragfähig und gefährdet den öffentlichen Verkehr im Land.“
Im vergangenen Jahr sind die Kosten für den ÖPNV Straße in Baden-Württemberg im Vergleich zu 2024 zwar insgesamt weiter angestiegen, der Anstieg fiel mit knapp 3 Prozent jedoch milder aus als in den Vorjahren. Die stärkste Steigerung verzeichneten weiterhin die Personalkosten – hier lag die Zunahme bei vier Prozent. Dafür seien Kosten für Kraftstoffe 2025 zurückgegangen. Diesel kostete 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, und auch die Stromkosten reduzierten sich um 0,9 Prozent im Vergleich zu 2024. Der aktuelle Anstieg des Dieselpreises wird sich ggf. erst im nächsten BW-Index widerspiegeln.