Die Risse fallen unter die Garantievereinbarungen und sollen zeitnah behoben werden, teilte ein BVG-Sprecher laut nd mit. Die Reparaturen sollen sich bereits in Abstimmung befinden und noch im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Einschränkungen für die Fahrgäste seien nicht zu erwarten, obwohl mit den Fahrzeugen rund ein Viertel der BVG-Flotte aufs temporäre Abstellgleis gestellt wurde. Die Probleme sollen ausschließlich an den Fahrzeugen aufgetreten sein, die in China gefertigt und in den Niederlanden nur endmontiert wurden. Die BVG hatte sie zwischen 2022 und 2023 übernommen.

Die betroffenen Fahrzeuge sind vom Typ Ebusco 2.2 und 12 Meter lang. Sie bieten Platz für bis zu 70 Fahrgäste und verfügen über eine nutzbare Batteriekapazität von 419 kWh. Ebusco versprach mit ihnen eine deutlich höhere Reichweite von bis zu 290 Kilometern, etwa doppelt so viel wie die zuvor von der BVG beschafften Stadtbusse von Solaris und Mercedes-Benz. Die BVG hatte die Ebuscos im Süden und Westen Berlins einsetzen wollen und eigens dafür neue Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen Britz und Cicerostraße errichtet.

Das nd lässt nicht unerwähnt, dass Ebusco seit geraumer Zeit finanzielle Schwierigkeiten hat. Sei eine Aktie des 2012 gegründeten Unternehmens kurz nach dem Börsengang im Herbst 2021 noch fast 65 Euro wert gewesen, liege der Kurs derzeit nur noch bei knapp 40 Cent. Die eigene Produktion habe Ebusco mittlerweile komplett aufgegeben, sämtliche Arbeiten an neuen Fahrzeugen würden andernorts beauftragt. Von Fertigungsproblemen hatte die Berliner Zeitung bereits im Januar 2023 berichtet und sich auf eine interne Einschätzung von BVG-Technikern berufen, die „fehlenden Unterbodenschutz, falsche und schlechte Schweißnähte, Rost und abgebrochene Gewindebohrer“ als „erschreckende Bilanz“ bezeichnet hätten.