Die Auswertung des World Travel Monitor von IPK International hätten gezeigt, dass mit Ausnahme der Corona-Krise jährlich mehr als vier Millionen Europäer den Reisebus als primäres Verkehrsmittel für ihre Reise nach Deutschland gewählt hätten, so Hedorfer. Das sei ein stabiler Marktanteil von sieben und acht Prozent. Top-Quellmärkte für die Busanreise nach Deutschland seien die Nachbarländer Polen, Schweiz, Frankreich, die Niederlande und Österreich. Speziell bei den Gästen aus Überseemärkten gebe es demgegenüber noch enormes, unausgeschöpftes Potenzial: 37 Prozent dieser Deutschlandbesucher unternähmen Rundreisen in Deutschland. Dabei sei der Reisebus ihr Verkehrsmittel erster Wahl. Die Informationen seien im Rahmen von Umfragen an internationalen Verkehrsflughäfen erhoben worden, sagt Hedorfer.

 

Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende Deutsche Zentrale für Tourismus, auf dem Tag der Bustouristik in Garmisch-Partenkirchen

 

„Deutschlandreisende aus Überseemärkten sind unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die internationale Vermarktung von besonderem Interesse“, so die DZT-Vorstandsvorsitzende. Diese Gäste generierten 2024 laut Statistischem Bundesamt 22,9 Prozent aller Ausländerübernachtungen in Deutschland und laut IPK 35 Prozent der Reiseumsätze. Dazu komme, dass nahezu 70 Prozent wiederholt nach Deutschland reisten. Hedorfer sieht in Busrundreisen eine hervorragende Möglichkeit, „diese Gäste mit Service, Qualität und Komfort zu begeistern“.

Weitere Chancen für die künftige erfolgreiche Vermarktung Deutschlands als Busdestination sieht Hedorfer in der digitalen Transformation und der Implementierung von KI-Anwendungen. Beispielsweise könne der KI-generierte Travel Companion „Emma“ künftig als Markenbotschafter für Busreisen nach Deutschland fungieren. Darüber hinaus kooperiere die DZT mit dem Bus Power Monitor (BPM) des RDA. Hedorfer versprach, dass die DZT über ihr weltweites Netzwerk relevante Incoming-Reisedaten bereitstellen werde, die künftig zur Kapazitätsplanung bei der Ladeinfrastruktur genutzt werden könnten.

Dank dieser Kooperation werde die Grundlage geschaffen, touristische Daten zu beliebten Busreisezielen in Deutschland künftig als semantisch strukturierte Daten im DZT-Knowledge Graph darzustellen. Das werde die Sichtbarkeit und Buchbarkeit touristischer Angebote für die KI-gestützten Suchmaschinen globaler Vermarktungsplattformen verbessern und die Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Busbranche auf internationalen Märkten sicherstellen.