Schon heute fehlten mehrere tausend Busfahrer im Land, so Burkhard Hüttl, Geschäftsführer des bayerischen Landesverbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), am Dienstag bei einer Anhörung im Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags. „Wir haben viele unbesetzte Stellen, die Fachkräftegewinnung ist ein drängendes Problem.“

Die Lage bei den privaten Busunternehmen gestalte sich kaum weniger prekär als die bei den öffentlichen. Stephan Rabl, Geschäftsführer des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmen, formulierte es sogar so: personell sei längst alles auf Kante genäht. Verschärft werde die Situation durch die Forderung, den ÖPNV auch noch auszubauen. Ein Ausbau des Angebotes sei aufgrund des Personalmangels derzeit allerdings undenkbar, auch das autonome Fahren könne auf absehbare Zeit keine Lösung bieten. 80 Prozent der Unternehmen hätten zudem bereits jetzt Umsatzeinbußen hinzunehmen – allein wegen des Fahrermangels.

Die Verbände appellierten an die Politik, die Bedingungen zu verbessern, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. „Früher musste man nur einen Aushang machen, dann waren die Bewerber da“, erinnert sich Hüttl. Diese Zeiten seien aber schon lange vorbei. Ein Vorschlag Hüttls bezieht sich darauf, festzulegen, dass Fahrer generell schon ab 18 Jahren Fahrgäste befördern dürfen. Auch die Anerkennung ausländischer Führerscheine müsse erleichtert werden. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sei es auch wichtig, an den Haltestellen beispielsweise Sanitäreinrichtungen für die Fahrer vorzuhalten.

Jürgen Baumgärtner (CSU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, wies darauf hin, dass die wenigsten Probleme der Branche durch den Freistaat in Eigenregie gelöst werden könnten. Aus Baumgärtners Sicht sei es aber wichtig, dass für die Fahrer zumindest die „Work-Life-Balance“ stimme, wenn die Menschen bei ihrer Arbeit schon nicht reich würden. Dass die Fahrer gar nicht mal „reich“ werden wollen, sondern im Zeitalter steigender Preise schlicht und ergreifend arbeiten, um ihre wirtschaftliche Existenz zu erhalten, bewegte Baumgärtner offenbar nicht. Aber wenn die „Work-Life-Balance“ stimmt, können in der Freizeit ja noch weitere berufliche Tätigkeiten ausgeübt werden.

Jürgen Mistol (Grüne) wies darauf hin, dass der Fachkräftemangel ein seit Langem absehbares Problem sei, weil jedes Jahr 200.000 Arbeitskräfte in den Ruhestand gehen, demgegenüber aber nur 140.000 Schulabgänger als Berufseinsteiger stehen. Somit fehlten jedes Jahr 60.000 neue Fachkräfte. Auf eine Strategie zur Lösung der Problematik lassen „Feststellungen“ aber leider auch nicht schließen.