Nach dem RDA-Workshop und der August-Ausgabe habe ich in diesem Sommer eine Woche Urlaub auf dem Darß verbracht. Allüberall: Linienbusse mit sehr großen Anhängern für Fahrräder. Radeln ist gut für die Umwelt und für die Umwelt sind inzwischen alle, erst recht im Wahlkampf.

Zum Thema Umwelt passte auch der Bericht des Bus Blickpunkt auf Seite 1 der Augustausgabe über den Test eines chinesischen Batteriebusses in Bonn. Die Bonner waren sehr zufrieden. Ein treuer Leser des Bus Blickpunkts schrieb mir dazu: „Schon erstaunlich, vor drei Jahren war erstmals von BYD-Bussen mit E-Batterie aus China die Rede, und jetzt gibt es den Bus tatsächlich in Deutschland. Mal sehen, ob die ganzen Hybrid-Erfindungen eines Tages überflüssig sind.“ Ein kühner Satz, er stammt von Bob Lee. Dem Mann, der den Neoplan-Bussen das Gesicht gab. Sein Brief kam nicht ganz zufällig. Wir hatten ihn zur 100. Leserreise in die Schweiz eingeladen und hätten ihn gern als Experten für die Neoplanbusse mit an Bord gehabt. Doch leider, leider – sein Einsatz als Schlagzeuger in einer Jazzband fordert Tribut. Erst recht an den Wochenenden. Demnächst, am 26. September, wird Bob Lee übrigens 75 Jahre alt.

Lothar Holder jetzt bei einem Batteriespezialisten

Mit seiner Aussage, Batterie oder Hybrid, ist er ganz dicht bei den Prognosen der Zukunftsforscher in der Automobilindustrie. Die erwarten bei den Antrieben eine Verschiebung hin zur Elektromobilität. Dabei werde die Batterie eine große Rolle spielen. Die Automobilhersteller investieren in diesen Bereich gewaltig. Ex- Setra-Chef Lothar Holder ist seit 1. August bei Schulz Group (Tochter Akasol), einem Hersteller von Batteriesystemen für Nutzfahrzeuge, tätig. Er ist Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing. Umweltfreundlichkeit kennt keine Grenzen: In Münster können jetzt Touristen sogar mit einem Solarbus die Stadt erkunden. Es ist der erste Bus in Deutschland, der mit Sonnenenergie fährt. Bei schlechtem Wetter tankt der rundum verglaste Bus (54 Plätze) Ökostrom.

Umweltfreundlich geht es nach Norwegen

Wäre ja zu schön, wenn andere Fortbewegungsmittel auch mitziehen würden. Zum Beispiel die Schiffe. Neulich nächtigte ich mal in der Nähe der Spreeschleuse Mühlendamm in Berlin-Mitte. Als ich abends das Fenster öffnete, stieg ein ziemlich beißender Duft in meiner Nase empor. Buchenholzkohle vom Grill des Nachbarn war das nicht. Was meine Nasenschleimhäute reizte, war etwas anders. Der Rauch von Schweröl verpestete die Luft. Er kam von Frachtschiffen und Ausflugsdampfern, die auf der Spree ankerten. Sie hatten hier festgemacht und der laufende Motor sorgte für Strom an Bord. Diese Ausflugsschiffe fahren dann am Tag bis zum Reichstag, wohin Busse nur mit Umweltplakette kommen. Auf der Ostsee soll ja Schweröl, der Bodensatz der Raffinerien, ab 2015 nicht mehr möglich sein, weil der Anteil an Schwefel, der im Kraftstoff enthalten sein darf, weiter gesenkt wird. So gesehen ist die Bus-Blickpunkt- Leserreise nach Norwegen, die in diesen Tagen unterwegs ist, ein echter Beitrag zum Umweltschutz. Denn die neuen Schiffe von Fjord Line fahren nicht mehr mit Schweröl, sondern mit Flüssiggas, und der Reisebus Travego, mit dem es auf Tour ging, ist der erste Reisebus der Welt mit Euro VI. Apropos Leserreisen. Über die 100. Leserreise in die Schweiz berichten wir in dieser Ausgabe. Die 102. Leserreise führt im Dezember nach Dubai. Sie ist seit Wochen ausgebucht. 100 Anmeldungen und nur 30 können mit.

Erster Scania-Fernbus wird noch vor Kortrijk übergeben

Der 1. November rückt näher. Die Post und der ADAC gehen dann mit Fernbussen an den Start. Post und ADAC wollen zunächst mit zehn mittelständischen Busunternehmern zusammenarbeiten, in einem zweiten Schritt sollen dann selbst Fahrzeuge angeschafft werden. Letztlich soll das flächendeckende Netz von Post und ADAC zu 25 Prozent aus eigenen Fahrzeugen und zu 75 Prozent aus angemieteten Fahrzeugen bestehen. Im Oktober, noch vor Kortrijk, will Scania als Buspartner von Post und ADAC den ersten Omniexpress 360 für den Fernlinieneinsatz an ein Busunternehmen übergeben. Für den behindertengerechten Transport hat Scania auch schon eine Idee. Sie resultiert aus der kürzlich geschlossenen Vertriebspartnerschaft mit Van Hool. Der Altano, ein Bus mit Unterflurcockpit, ähnlich wie es der Spaceliner von Neoplan hat, bietet sich hier an. Neben dem Fahrerplatz ist ein Rollstuhl gut zu platzieren, ohne Hublift.