Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard sind die „Big Five“ der afrikanischen Wildnis. Berlinlinienbus, Eurolines/ Touring, Deinbus, Meinfernbus und Flixbus sind die „Big Five“ des sich gerade herausbildenden Fernbusmarktes in Deutschland. Fast täglich werden neue Abfahrtsorte bekannt gegeben. Ein großer Wirrwarr ist im Entstehen: Wer fährt eigentlich wann wohin?

Aufklärung gibt seit dem 1. Januar das Internetportal www.busliniensuche.de. Eine Übersichtseite für Fernbusverbindungen, auf der man alle verfügbaren Angebote findet. Vertreten sind auch Unternehmen mit ein oder zwei Fernlinien. Gelistet sind u.a. Bohr, Eberhardt-Reisen, Autobus Oberbayern, Reisebüro Kessler und Fass Reisen. Der Kunde kann unter www.busliniensuche.de vergleichen und das beste Angebot wählen. Neben Fahrzeiten und Preisen werden hier auch Qualitätsmerkmale angezeigt. Kann ein Fahrrad mitgenommen werden, gibt es einen SMS-Service bei Verspätung, ist im Bus eine Steckdose vorhanden?

Drei Studenten aus Karlsruhe

Auch hinter www.busliniensuche.de, stehen, wie es schon bei Deinbus der Fall war, junge Studenten, die in diese Marktlücke sprangen. Auf die Idee kam Martin Rammensee bei einer Seminararbeit zur Fernbusliberalisierung. Die Recherchen nach dem vorhandenen Angebot an Fernbussen erwiesen sich als sehr mühselig. Wie mag es da erst dem Reisewilligen ergehen, dachte sich Martin Rammensee und entwickelte zusammen mit zwei andern Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Ende 2012 eine Website für Fernbusverbindungen. Neben den großen Fernbuslinienbetreibern wie die Deutsche Touring, Berlin Linien Bus, Deinbus, Meinfernbus und Flixbus, liegen den Karlsruhern vor allem die kleinen Busunternehmen am Herzen. Ihnen möchten sie mit der Einbindung ihrer Fahrpläne auf www.busliniensuche.de die Möglichkeit geben, ihre Angebote transparent zu machen. Für die so zusätzlich verkauften Tickets wollen die Karlsruher – quasi als Erfolgsbeteiligung – fünf Prozent des Ticketpreises. Zurzeit arbeiten die drei Netzwerker an einem speziellen Buchungsmodul, das kleinen Busunternehmen die Möglichkeit geben soll, ohne große Investitionen, ihren Kunden eine Onlinebuchung anzubieten. Marktreif ist diese Onlinebuchung, so sagte mir Martin Rammensee, ab Anfang April. Interessierte Busunternehmen können sich, sowohl zwecks Einbindung der Fahrpläne als auch bezüglich des Buchungsmoduls, direkt an Martin Rammensee wenden: 0163 266 7393, martin.rammensee@busliniensuche.de

Dr. Frank Hiller schmeißt hin

Die spannendste Personality zum Jahresauftakt. Dr. Frank Hiller, verantwortlich für Marketing, Vertrieb und Services im Vorstand von MAN Bus & Truck, verließ zum 31. Januar das Unternehmen. Insider sagen, überrascht habe diese Tatsache nicht, überrascht habe jedoch der Zeitpunkt. Es wird berichtet, dass sich Dr. Hiller und Anders Nielsen, der neue Chef vom MAN Truck & Bus, in einer Sitzung am 17. Januar nicht einigen konnten, wo die Ursachen für das Schwächeln beim LKW und beim Bus liegen und wie es weitergeht. Es soll lautstark (mit Türenknall) zugegangen sein. Einige Fragen sind es, die im Konzern im Raum stehen: Was wird, wenn im Sommer Volkswagen endgültig die Macht bei seiner Tochter MAN übernimmt? Welche Produkte werden künftig für den Markt wichtig sein? Sowohl MAN als auch Scania bauen Stadtbusse – zu viel des Guten?

Haumer kommt, Katzer wechselt, Messmer kocht

Interessant auch die jüngsten Änderungen im Verkauf Bus Deutschland bei MAN. Robert Katzer geht nach Spanien und steht fortan an der Spitze der MAN Iberia Bus & Truck. Immerhin eine Mannschaft von gut 500 Mitarbeitern. Heiko Haumer aus Oberhausen folgt ihm in München als Leiter Verkauf Bus Deutschland. Der gebürtige Nettetaler ist seit 20 Jahren in der Busbranche tätig. Demnächst wird er nun mit seiner Familie – Frau und zwei Kinder – in Richtung München umziehen. Von Jürgen Messmer – der lange Dünne mit dem schwarzen Haar – hört man Putziges. Er ist als Marketingleiter bei MAN Truck & Bus Deutschland in München im letzten Jahr ausgestiegen und nun Geschäftsführer der Bar „Das Lokal“ in Schwabing. In der Georgenstraße tischt er „Slow Food Münchner Art“ auf. Die orangefarbenen Vintage-Lampen über der Bar seien ein Hingucker im Lokal, erzählen Besucher. Jürgen Messmer, ein echter Quereinsteiger. Warum nicht, wenn man sich verbessern kann?