Es herrscht keine Einigkeit. Anders kann es auch gar nicht sein, wenn es um ein so wichtiges Thema wie das Image für die Bustouristik geht. Dieses Thema, Relaunch der Marke Busreisen im Sinne von aufpolieren oder erneuern, stand am 7. Januar im Mittelpunkt des Tages der Bustouristik des RDA in der Signal Iduna Arena in Dortmund. Wir berichten auf Seite 18 (Im Heft Februar 2013) darüber. Ein neues Konzept von RDA und GBK war angekündigt. Das Interesse war groß.
250 Teilnehmer saßen im Saal. Doch sie wussten am Ende nicht so recht, wurde hier nun eine neue Image-Kampagne gestartet oder zu Grabe getragen. Zu diffus, zu wenig zielführend war die Podiumsdiskussion. Letztlich zeigte sich, dass zwei Grundfragen, die eigentlich geklärt sein sollten, bevor eine neue Kampagne beginnt, gar nicht geklärt waren: 1. Braucht die Branche überhaupt eine Imagekampagne im großen Stil (Plakate, Rundfunk, Fernsehen), die die Busreise als cool in Szene setzt? Und 2: Sollte es das Ziel einer solchen Kampagne tatsächlich sein, die 30- bis 60-Jährigen, inklusive des 35-jährigen Porschefahrers, für den Bus zu gewinnen oder konzentrieren wir uns nicht besser auf die Stammklientel 60 plus? Viel Eigenlob über den Bus waberte durch den Raum. „Was hier über die Umweltfreundlichkeit von Bussen und die Vorzüge des Busses gesprochen wurde, kann man vor Reisebüromitarbeitern vortragen, aber nicht vor Bustouristikern, die das doch schon kennen und hundertmal gehört haben“, sagte mir Hakan Enüstün, H&H Touristik, zur Pause. Am Ende erfuhren die Teilnehmer, dass eine profilierte Werbeagentur vorgeschlagen habe, mit dem Slogan „Bus, Luxus für alle.“ die Busse zu schmücken und in die Öffentlichkeit zu gehen. Ein Einziger im Saal meldete sich zu Wort: Meinhold Hafermann, der engagiert für eine Imagekampagne plädierte, lehnte den Slogan „Bus- Luxus für alle“ ab und sprach sich dafür aus, sich auf die Zielgruppe 60 plus zu konzentrieren. Dann war auch schon Schluss. Niemand wusste, wie es denn nun weitergeht. „Es war ein verlorener Tag. Sie können davon ausgehen, dass 200 von 250 Leuten dieser Meinung waren. Dieser Tag hat nichts gebracht, es wurde aneinander vorbei geredet“, so Busunternehmer Axel Blankennagel von Rheingold Reisen aus Wuppertal. Er rief mich gleich am nächsten Tag an und fügte hinzu, dass ich ihn gern so zitieren darf. Sein Ärger vor allem: Er war voller Freude und Optimismus nach Dortmund gekommen. Er hatte seinen Sohn, der in fünf Jahren den Betrieb übernehmen soll, und eine Assistentin mitgebracht, um ihnen mal zu zeigen, wie professionell eine solche Veranstaltung beim RDA abläuft.
Die Imagekampagne soll weitergehen
Mit dem Image soll es auf jeden Fall weitergehen, sagte eine Woche später Hermann Meyering, RDA-Vizepräsident, IBV-Vizepräsident und GBKVorsitzender, auf dem Tag des Bustourismus der GBK in Stuttgart. Der Tag der Bustouristik in Dortmund sei als Auftakt für eine Kampagne gedacht gewesen, die über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren gehen werde. 10.000 Euro seien bisher für die Agentur geflossen, mehr nicht. Die weitere Finanzierung ist noch unklar. Vom Finanzierungsmix ist die Rede. Im April tagen RDA und GBK sowohl getrennt als auch vereint als Internationaler Bustourismus- Verband (IBV) in Augsburg. Hermann Meyering stellt sich dort als RDA-Vizepräsident zur Wiederwahl.
Neues Nutzfahrzeugzentrum auch für Omnibusse
Im Januar war ich dabei, als das neue Nutzfahrzeugzentrum von Mercedes-Benz vor den Toren von Frankfurt am Main – außerhalb der städtischen Umweltzone – eröffnet wurde. Die bisherigen Standorte Frankfurt (Heerstraße) und Offenbach (Daimlerstraße) werden damit gebündelt. Andreas Renschler, Vorstand der Daimler AG für Trucks und Buses, würdigte das und gab dieser Fusion auch noch eine lokalpolitische Dimension: Er habe gehört, Frankfurt und Offenbach würden sich „etwa so lieben wie Wolfgang Thierse die Schwaben und umgekehrt“. Thierse hatte unlängst dafür plädiert, dass die Bäcker im Prenzlauer Berg ihre Schrippen weiter Schrippen nennen und nicht Weckle. Naja, die Berliner haben es ohnehin schwer. Das Flughafendesaster ist längst zum Running Gag geworden. Und so hieß es dann auch in Frankfurt, anders als beim Flughafen in Berlin seien hier die Kosten um 5 Prozent unterschritten worden und termingetreu werde jetzt eröffnet. Das neue Nutzfahrzeugzentrum ist auch auf Busse bestens vorbereitet und kooperiert mit dem OGC in Mannheim. Bei Bedarf einfach 0800/17777777 (sieben Mal die Sieben) anrufen.