Karin M. Kohls hört zum Jahresende als Geschäftsführerin der RDA-Workshop GmbH auf. Ein(e) Nachfolger(in) ist noch nicht in Sicht.

Wie vom RDA zu erfahren war, wirft Anja Milosavljevic, die seit dem vergangenen Jahr in diese Position eingearbeitet werden sollte, jetzt das Handtuch. Sie hat zum 1. Oktober 2013 gekündigt. Die durchaus gelungene Sondershow zum Thema „Fernbuslinienverkehr“ am dritten Tag des RDA-Workshops mit gut 100 Besuchern dürfte damit ihre Abschiedsvorstellung gewesen sein.

Ilario Favaro unbedingt einladen

Die Kommentare zum diesjährigen

RDA-Workshop glichen den Statements der letzten Jahre wie ein Ei dem anderen. Elogen waren vor allem von den großen Paketern zu hören, während die kleineren Aussteller und Hoteliers eher jammerten. Doch wetten, dass im nächsten Jahr wieder alle in Köln dabei sind? Die Branche ist heute in einer Situation, da fast in jedem Monat irgendein RDAWorkshop im Kleinformat stattfindet: VPR-VIP-Treff, VPRRoadshow, Maritim Ideenmarkt, Thüringen Travel, Workshops für Busunternehmer in Bremen/Bremerhaven und an der Müritz, BTB in Wien und nun auch in München, Seadays der Fähren, dazu noch Informations-, Leserreisen und Fam-Trips, MDO-Omnibustag. Das gab es vor 20 Jahren noch nicht. Der Kuchen ist nicht größer geworden, er wird aber anders aufgeteilt. Und vor allem: Fast ein Viertel aller Busunternehmen hat sich in den letzten zehn Jahren aus dem Geschäft verabschiedet. Die Branche wird damit leben müssen, dass auf Dauer weder Besucher noch Ausstellerzahlen wie von Geisterhand gesteuert in die Höhe schnellen werden. Im Herbst will der RDA ein Brainstorming mit Ausstellern und Besuchern des RDA-Workshops durchführen, um auszuloten, wie der RDAWorkshop sein Profil schärfen kann. Ilario Favaro aus Gründau- Breitenborn würde ich auf jeden Fall dazu einladen. Er ist einer von jenen sogenannten kleinen Busunternehmern, die ihr Familiengeschäft redlich betreiben, sich von den Verbänden jedoch nicht ernst genommen fühlen. „Für die Image-Kampagne werden teure Werbeagenturen engagiert, die weder Herz noch Seele für die Bustouristik haben“, schrieb er mir und fügte hinzu, dass zu Podiumsdiskussionen nur die großen Unternehmen eingeladen würden. Fast trotzig endet sein Brief: „Wir kleinen Unternehmer werden unseren Weg auch ohne den RDA fortsetzen!“ Schade, wenn es so kommen sollte.

Euan Lonmon nicht mehr bei Corsica Ferries

Für Kenner der Fährszene interessant: Euan Lonmon, Jahrzehnte die rechte Hand von Corsica-Ferries-Reeder Pascal Lota, hat das Unternehmen verlassen. Euan Lonmon war einer der beiden Geschäftsführer der Reederei. Überraschend war er in diesem Jahr auf dem RDA-Workshop am Stand des Italien-Anbieters „Italicaturismo“ zu finden, als Direktor Incoming. Wie kam es zu diesem Sinneswandel? Insider vermuten, dass der über 80-jährige Pascal Lota im Zuge der Unternehmensnachfolge seine Kinder stärker positionieren wollte. Das birgt Reibungspotenzial.

Schumann-Prozess dauert an

Lange nichts vom Berufungsverfahren im Schumann-Prozess gehört? Stimmt. Im Februar hatte das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Mühlhausen in Thüringen begonnen. Ziel von Thomas Schumann ist es dabei, die dreieinhalbjährige Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln. Der Prozess sollte im April beendet werden. Doch die Verhandlungen dauern an. Der nächste Verhandlungstag ist Ende August.

Kann sich das Rechnen: Für 22 Euro Frankfurt-Berlin?

Unlängst hatte ich an dieser Stelle geschildert, wie man mit dem Fernbus für 22 Euro von Frankfurt am Main nach Berlin fährt. Dazu erreichte mich eine Zuschrift eines Busunternehmers. Seine Meinung: „Das kann sich nicht rechnen.“ Und er machte eine Kalkulation auf, bei der unterm Strich, nach Abzug aller Kosten, 154 Euro Gewinn bei einer Fahrt rauskamen (52 Personen an Bord). Die, die z.B. bei Mein-Fernbus dabei sind, lächeln: Die Rechnung geht auf. Der Rest ist Schweigen. Das Geheimnis, das dieser Rechnung zugrunde liegt, wird vom Mein-Fernbus-Management gehütet wie der Schatz von Fort Knox. Ab 1. November gehen die Post und der ADAC an den Start. Hier werden die Busunternehmer nicht nach Teilnehmerzahl oder gefahrenen Kilometerpauschalen plus Faktor X bezahlt. Sie erhalten einen Festpreis, egal ob eine Person oder 50 Fahrgäste sitzen. Das Risiko für den Unternehmer ist gleich null.