Der zugehörige neue Förderaufruf startete am 21. Mai 2026. Förderskizzen können seit dem 26. Mai 2026 eingereicht werden, die Skizzenphase beträgt acht Wochen. Einreichfrist ist der 21. Juli 2026.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) begrüßten die Entscheidung bereits. In der ersten Umsetzungsphase stehen im Bundeshaushalt 2026 nun rund 400 Millionen Euro für Neubewilligungen zur Verfügung. Die Anschaffung der avisierten 1.500 Elektrobusse werde allerdings nur möglich, weil die Förderquote im Vergleich zu den vorherigen Förderaufrufen sinke, heißt es von Seiten des VDV. Das Programm trage wesentlich dazu bei, dass in Deutschland inzwischen rund 14 Prozent der ÖPNV-Linienbusse mit alternativen Antrieben im Einsatz seien, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. „Damit ist die Branche im bundesweiten Vergleich führend beim Elektrifizierungsgrad aller Straßenfahrzeuge.“
Die über Jahre konstant hohe Nachfrage zeige, dass sich die Branche transformieren wolle und müsse und damit nicht nur die europäischen Klimaschutzziele umsetze, sondern auch wichtige Wachstumsimpulse für die europäische Industrie begründe. „Die bisher verfügbaren Bundesmittel waren allerdings nicht ausreichend, um die Flottenumstellung deutlich schneller und flächendeckend voranzubringen“, so Wortmann. Auch bei der jetzigen Förderung gebe es zwei Wermutstropfen: Die Förderquote sinke und das Programm sei bis Ende 2029 befristet. „Bis dahin werden wir die vorgegebenen Umstellungsziele aus der europäischen Clean Vehicle Directive nicht erreichen.“
Der bdo betonte vor diesem Hintergrund, dass er sich weiterhin für auskömmliche Förderbedingungen und einen wettbewerbsfähigen Fahrstrompreis einsetzen werde. Insgesamt sei der neue Förderaufruf des BMV aber „ein wichtiges Signal für die Transformation unserer Branche“. Positiv zu bewerten sei insbesondere, dass auch Reise- und Fernbusse sowie KMU ausdrücklich berücksichtigt würden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder lenkte unterdessen den Blick auf die bisherigen Erfolge; „Wir haben bereits rund 1,5 Milliarden Euro in mehr als 5.300 klimafreundliche Busse investiert. Diesen erfolgreichen Weg führen wir konsequent fort: Allein mit dem im Jahr 2026 verfügbaren Haushaltsvolumen wollen wir weitere 1.500 E-Busse flächendeckend in den Einsatz bringen. Das stärkt den öffentlichen Nahverkehr, den Markthochlauf innovativer Antriebstechnologien und ebnet den Weg zur klimafreundlichen Mobilität.“ Mit der neuen Förderrichtlinie unterstütze das BMV auch weiterhin Verkehrsunternehmen und Anwender der Busbranche bei der Umstellung ihrer Flotten auf emissionsfreie Busse mit Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb. Ziel sei, den Hochlauf klimafreundlicher Busse zu beschleunigen, die Marktdurchdringung zu erhöhen und auch im Segment der Überland-, Fern- und Reisebusse Marktanreize zu setzen. Die Förderung leiste damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Personenverkehr und unterstützt die nationalen Klimaschutzziele.
Was wird gefördert?
Nach Angaben des BMV ist förderfähig: die Anschaffung oder Umrüstung von Bussen mit alternativen Antrieben im Personenverkehr sowie die hierfür erforderliche Lade- und Tankinfrastruktur, also Batteriebusse (inklusive Batterie-Oberleitungsbusse) und Brennstoffzellenbusse (inklusive Batteriebusse mit Brennstoffzelle als Range‑Extender) sowie die Umrüstung konventioneller Busse auf Batterie‑ oder Brennstoffzellenantrieb. Neben einem „Aktivierungsprogramm“, das dem bisherigen Förderverfahren folgt, soll erstmals ein „Skalierungsprogramm“ eingeführt werden. Dieses richtet sich an Unternehmen, die bereits einen nennenswerten Anteil ihrer Busflotte elektrifiziert haben und den weiteren Fahrzeughochlauf planen. Innerhalb der Fördersäulen soll die Auswahl der Projekte in einem wettbewerblichen Verfahren erfolgen, wobei der Umweltbeitrag und die Effizienz des Fördermitteleinsatzes Berücksichtigung finden sollen. Ergänzend würden die Umsetzungsperspektive und das Einsatz- und Energiekonzept zur Bewertung herangezogen.
Seit Einführung der ersten Richtlinie im Jahr 2021 wurde die Beschaffung von mehr als 5.300 Bussen bei rund 330 Verkehrsunternehmen bewilligt. Über 2.300 Fahrzeuge seien bereits im Einsatz. Über ihre Nutzungsdauer hinweg sollen diese Busse potenziell über vier Millionen Tonnen CO₂ vermeiden.
Die Umsetzung der Förderung erfolgt durch die NOW GmbH und den Projektträger Jülich (PtJ). Teile der bisherigen Förderung wurden im Rahmen des Deutschen Aufbau‑ und Resilienzplans (DARP) über die europäische Aufbau‑ und Resilienzfazilität (ARF) kofinanziert.