Am 16. November treffen sich die bayerischen Busunternehmen unter dem Dach des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) zu ihrer 70. Jahrestagung in Ingolstadt.

Im Mittelpunkt der Tagung, die von einer Fachausstellung begleitet wird, werden die verkehrs- und gewerbepolitischen Herausforderungen für den Omnibus stehen. Wie können mittelständische, familiengeführte Betriebe als Mobilitätsdienstleister auch in Zukunft im Nah- und Fernverkehr bestehen? Wie kann die Unternehmervielfalt im öffentlichen Personenverkehr in Bayern erhalten bleiben?

Auf der Jahreshauptversammlung des LBO werden diese und viele weitere Fragen über die aktuellen Entwicklungen im Linien-, Schulbus-, Reise- und Fernbusverkehr behandelt. Der Branchentreff wird von LBO-Präsident Heino Brodschelm am Mittwoch, 16. November 2016 um 10 Uhr im Audi Sportpark Ingolstadt eröffnet.

Mit circa 14.000 Omnibussen befördern die rund 1.100 bayerischen Busunternehmen pro Jahr fast 800 Millionen Fahrgäste im ÖPNV- und Schülerverkehr sowie mehr als 20 Millionen Passagiere im Reise- und Fernverkehr. Im Nahverkehr ist der Bus das Verkehrsmittel Nummer 1. Die Verkehrswirtschaft in Bayern zeichnet sich dabei im bundesweiten Vergleich durch einen besonders hohen Anteil privater Busunternehmen aus. Mehr als 90 Prozent der bayerischen Busbetriebe sind noch inhabergeführte, mittelständische Familienunternehmen. „Der Motor Mittelstand garantiert in Bayern eine wirtschaftliche und zuverlässige Mobilität. Private Busunternehmer sind die Garanten für einen flexiblen und bezahlbaren umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr“, so LBO-Präsident Heino Brodschelm.

Doch die privaten Busunternehmer blicken mit Sorge in die Zukunft. Ungleiche Marktzugangs- und Wettbewerbsbedingungen im Nahverkehr verdrängen die kleinen und mittelständischen Verkehrsunternehmen zunehmend aus dem Markt. Bei europaweiten Vergabeverfahren ziehen sie oft den Kürzeren. Wichtige Finanzierungsinstrumente im ÖPNV wurden gekürzt bzw. warten dringend auf Dynamisierung. Gleichzeitig erfordern die Globalisierung und Digitalisierung sowie der Ruf nach alternativen Antriebstechnologien und Barrierefreiheit immer größere Investitionen. Im Ausflugs- und Reiseverkehr behindern ein immer größer werdender bürokratischer europäischer Steuer- und Abgabendschungel, starre Lenk- und Ruhezeitenvorschriften, unverhältnismäßig hohe Bußgelder und Wucherparkgebühren sowie Verkehrsbeschränkungen und Innenstadtsperrungen den grenzüberschreitenden Verkehr mit Omnibussen.