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Der busblickpunkt Bus(ch)funk

askin bulut

Askin Bulut beleuchtet in dieser monatlich erscheinenden Rubrik
Relevantes vor und hinter den Kulissen der Bus-Branche.
Sie ist seit 2016 Chefredakteurin des Bus Blickpunkts
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Um den ehemaligen Dortmunder Paketreiseveranstalter bus-partner ist es sehr ruhig geworden. 2016 verkaufte der Paketer Michelangelo die Marke, die einst Jürgen Lammert begründete, an das Busunternehmen Reisedienst Kaiser im sächsischen Zwickau. Seither: Still ruht der See. Auf der Suche nach bus-partner stieß ich auf den Busunternehmer Kai Hümmer, Hümmer-Reisen in Röthlein, im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Er war ganz und gar nicht amused, als ich bei unserem Telefongespräch den Namen bus-partner erwähnte. „Ich will mit diesem Laden nichts mehr zu tun haben“, entgegnete er verärgert. Was war geschehen?

Während der Klimawechsel Tropenstürme und schwere Hurrikans wie „Harvey“ und „Irma“ mit sich bringt, die Ende August/Anfang September für Chaos und Zerstörung sorgten, verhält es sich hier im Lande mit dem Systemwechsel, der sich vielerorts im ÖPNV vollzieht, ähnlich. Die starke Präferenz der Landkreise/Aufgabenträger weg von der Direktvergabe hin zu EU-weiten Ausschreibungen zerstört gut funktionierende Strukturen. Das Ziel der Landkreise ist es, private Busunternehmen in die Subunternehmerschaft zu drängen. Der Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit, wie im Personenbeförderungsgesetz geregelt, ist den Kommunen ein Dorn im Auge. Der Grund für diese Politik liegt auf der Hand: Die Kommunen haben Angst davor, die Macht und die Kontrolle über den ÖPNV zu verlieren. Der ÖPNV ist für manchen Politiker eine Spielwiese, die ihm eine Existenzberechtigung gibt und seinen Arbeitsplatz sichert. Dass  private Busunternehmer Busverkehre besser organisieren können, fällt dabei unter den Tisch.

Im Landkreis Nienburg (Niedersachsen) tobt ein Kleinkrieg. Grund dafür ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung des Nahverkehrs. Der französische Konzern Transdev erhielt den Zuschlag. Und nun bekriegen sich die Subunternehmern, die ab 01. August 2017 für Transdev fahren, und die ortsansässigen Busunternehmern, die als Verlierer aus dieser Ausschreibung herausgegangen sind. Die Rede ist von Schikane, Stimmungsmache gegen die Neuen in Nienburg. Man lege ihnen Steine in den Weg, damit sie sich in Nienburg nicht allzu wohl fühlten. Das zumindest behaupten Florian Enders, Geschäftsführer von Enders Busbetrieb in Hannover, und Sandro Bohm, Omnibusbetrieb Schniering in Diepenau.

Helene Fischer stand zwar nicht auf der Bühne, doch ansonsten hatte die Show zur Präsentation der neuen Tourismo-Baureihe von Mercedes-Benz Ende Juni in Brüssel alle Attribute atemloser Bühnenevents: große Töne, viel Licht, viel Nebel. Nur die meterhohen Flammwerfer fehlten. Ich bin sicher, beides, Frau Fischer und die Flammwerfer, werden wir auch noch erleben. Im Bühnenlicht erstrahlte der neue Tourismo. Im Bühnennebel ging das bisherige Flaggschiff der Reisebusse mit dem Stern, der Travego, unter.

Die Anwaltskanzlei BBG und Partner ist in Bremen ansässig. Sie berät Landkreise und ÖPNV-Aufgabenträger bei Ausschreibungen von Omnibusverkehren. Diese Bratungstätigkeit hatte jüngst offensichtlich auch zur Folge, dass der Konzern Transdev aus Frankreich eine europaweite Ausschreibung im Landkreis Nienburg/Weser gewann. Transdev bekam mehrere Buslinien zugesprochen. Fünf heimische Busunternehmen gingen leer aus und verloren ihre Linien an die Franzosen: Brinkmann, Langreder, Block, Emme und Berghorn.

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