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Der busblickpunkt Bus(ch)funk

askin bulutAskin Bulut beleuchtet in dieser monatlich erscheinenden Rubrik
Relevantes vor und hinter den Kulissen der Bus-Branche.
Sie ist seit 2016 Chefredakteurin des Bus Blickpunkts
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Also, wenn ich so auf 2016 zurückblicke, das Jahr war alles andere als langweilig. Die Ereignisse in der Branche überschlugen sich förmlich. Zu den Top-Themen gehörte zweifelsohne der Fernbusmarkt. Flixbus verschluckte fast alle seine Konkurrenten. Erst wurde Meinfernbus nach der Fusion einverleibt, dann übernahm Flixbus das gesamte kontinentaleuropäische Geschäft des britischen Anbieters Megabus. Kurz darauf verkaufte die Post ihren Geschäftszweig Postbus an Flixbus. Nicht lange auf sich warten lassen hat dann auch noch das Aus der Bahntochter Berlin-Linen-Bus. Also, freie Fahrt für Fernbusriesen Flixbus. Begleitet waren diese Ereignisse von Meldungen über viele Busunternehmen, die die Kooperation mit Marktführer Flixbus beendeten. Betroffene Buspartner hatten zum Teil hohe Verluste eingefahren.

Vor Kurzem flatterte eine E-Mail mit dem Betreff „bus dich weg! das erste Franchise-System für Busunternehmer“ in mein Postfach. Zunächst konnte ich mir darunter nichts Konkretes vorstellen. Doch dann telefonierte ich mit Markus Schuch, dem Geschäftsführer des österreichischen Busunternehmens Schuch GmbH und dem Gründer von „bus dich weg!“ und erfuhr Genaueres über diese neue Kooperation mit dem sehr gewöhnungsbedürftigen Namen.

Seit Mitte dieses Jahres tobt ein heftiger Streit zwischen Wolfgang Steinbrück, Busunternehmer und Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (BDO), und Konrad Gießmann, dem amtierenden Landrat des Landkreises Gotha. Dieser Konflikt ist inzwischen so weit eskaliert, dass gegen Wolfgang Steinbrück ermittelt wird wegen Verdachts auf Subventionsbetrug. Es geht um Fördermittel, die er teilweise dazu verwendet haben soll, sein Unternehmen liquide zu halten. Von Summen in Millionenhöhe ist die Rede.

Untreue, Subventionsbetrug, Bestechen und Bestechlichkeit – das sind Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Erfurt gegen die Personen- und Reiseverkehrsgesellschaft Greiz (PRG), den Regionalverkehr Gera/Land (RVG) sowie gegen Ex-Temsa-Mitarbeiter. Auf Anfrage bestätigte Sarah Hamberger, zuständig für Marketing und Kommunikation bei Temsa, mir gegenüber, dass gegen Ex-Mitarbeiter des Unternehmens ermittelt werde, aber sie sich dazu nicht äußern wolle. Die neue Geschäftsführung distanziere sich ganz klar davon.

Flixbus, Deutschlands Marktführer im Fernbusverkehr, übernahm im Juni seinen Konkurrenten Megabus. Der Klang dieses Paukenschlags war kaum verhallt, da ertönte Ende August der nächste Gong: Die Verkehrsleistungen von Megabus wurden unter dem Dach von Flixbus radikal gekürzt. Konkret: Megabus hat als Buspartner seine Aufträge in Deutschland, Italien und den Benelux-Ländern verloren. Flixbus kündigte die entsprechenden Verträge. Mitte August, so ist zu hören, seien diese Verkehrsleistungen von Megabus letztmalig erbracht worden. Die Konsequenz: Die Megabus-Standorte Deutschland, Italien und Benelux müssen geschlossen werden. Die Mitarbeiter von Megabus versuche man weiterzuvermitteln an die Flixbus-Partnerunternehmen. Die Verträge für die Verkehre aus den Betriebshöfen in Frankreich und die von England aus gefahrenen internationalen Leistungen laufen aber noch und werden von Megabus weiter erfüllt.

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