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2010 April - Jan Rohrbach
Vertriebsleiter BIS Bremerhaven Touristik
Seit Januar 1993 stellt der Bus Blickpunkt jeden Monat den "Manager des Monats" vor. Es sind Leute, die direkt oder indirekt mit der Busbranche in Verbindung stehen, mit Ideen und Innovationen Akzente setzen und dafür sorgen, dass das Image der Bustouristik steigt und die Zahl der Busreisenden immer größer wird. Der Manager des Monats April 2010, so die Wahl des Bus Blickpunkt, heißt Jan Rohrbach, Vertriebsleiter BIS Bremerhaven Touristik.

- Jan Rohrbach
Jan Rohrbach ist Vertriebsleiter der BIS Bremerhaven Touristik und das schon seit rund zehn Jahren. Es hätte eigentlich ein ruhiger Job werden können oben an der Küste, gesunde Seeluft, immer eine frische Brise und ab und an mal ein paar Touristen. An die Havenwelten, die heute die meisten touristischen Attraktionen der Seestadt beherbergen und jedes Jahr unzählige Busse aus ganz Deutschland in den hohen Norden locken, dachte damals noch niemand. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum war seinerzeit die Attraktion, und für Jan Rohrbach begann eine spannende Zeit, in der er sein Berufsleben sichtlich genoss und in seinem Beruf auch seine Erfüllung fand. „Ich bin im richtigen Moment am richtigen Ort. Und das schon seit zehn Jahren“, erzählt er im Gespräch mit Bus Blickpunkt. „Das inspiriert mich.“
Ganz klar, touristisch hat sich in Bremerhaven in den vergangenen zehn Jahren mehr getan als in den meisten anderen Städten der Republik. Das Schaufenster Fischereihafen, der Zoo am Meer und schließlich die neuen Havenwelten mit dem Deutschen Auswandererhaus, dem Klimahaus und dem Mediterraneo. Die Seestadt hat auf den Tourismus gesetzt und lag damit goldrichtig. Vor allem hat Bremerhaven auf den Bustourismus gesetzt und hat sich so zu einer der Top-Destinationen der Bustouristik in Deutschland entwickelt.
Jan Rohrbach hat diese Entwicklung nicht nur begleitet, sondern intensiv an ihr teilgenommen, Projekte angestoßen und die Destination auf den touristischen Märkten präsentiert. Als Beispiel sei hier die Busrundfahrt durch den Containerhafen genannt. Kaum war die Idee geboren, engagierte sich Jan Rohrbach für dieses neue touristische Highlight, bis sich diese Rundfahrt in ihrer heutigen Form durchgesetzt hatte. Mit Erfolg. Die Fahrt vermittelt einzigartige Einblicke in die Arbeit und Geschäftigkeit eines der größten Containerhäfen der Welt. Die Hafenrundfahrt zählt heute zu den beliebtesten Attraktionen Bremerhavens und ist ein „Must-Have-Baustein“ bei einer Tour in die Seestadt. Die Gruppe wird es dem Busunternehmer danken.
So kam Jan Rohrbach also zur Bustouristik, könnte man meinen, aber weit gefehlt. Denn mit dem Bustourismus kam Jan Rohrbach schon viel früher in Kontakt. Anfang 2000 absolvierte Jan Rohrbach eine Ausbildung zum Kaufmann für Verkehrsservice im Unternehmen von Rolf von Rahden und lernte dort das Busgeschäft „von der Pike auf“. Rohrbach war damals bei ProBus auch an einem Projekt beteiligt, das den klangvollen Namen „Reisebusgestütztes Mobilitätssystem zur Expo 2000“ in Hannover trug. „Da habe ich irre viel gelernt“, erinnert er sich. Und damals hat er auch die Busunternehmer schätzen gelernt. Jan Rohrbach mag solche bodenständigen Menschen. „Das sind Kämpfernaturen“, sagt er anerkennend.
Ihn selbst zog es nach seiner Zeit bei ProBus an die Hochschule zum Studium der Betriebswirtschaftslehre. Das aber lag Jan Rohrbach gar nicht. Schnell kehrte er dem Hochschulbetrieb wieder den Rücken und ins Berufsleben zurück. Sein neuer Arbeitgeber vertrieb Handbücher für Grafikprogramme. Heute lacht er, wenn er daran zurückdenkt: „Der Tourismus hat mir gefehlt, ich dachte nur, ich muss zurück in meine Bussi-Touristikwelt.“
Da kam der Anruf aus Bremerhaven gerade richtig. Ob er nicht die Vertriebsleitung für die BIS übernehmen wolle, fragte ihn sein zukünftiger Chef. Jan Rohrbach dachte nicht lange darüber nach, kündigte seinen Arbeitsvertrag bei der Handbuchfirma noch in der Probezeit und wechselte in den touristischen Vertrieb seiner Geburtsstadt.
Wenn er heute zurückblickt, dann waren die vergangenen zehn Jahre „ausgesprochen positiv“. Zu den Projekten, die in dieser Zeit verwirklich wurden, ob Auswandererhaus oder Klimahaus, sagt Rohrbach, „es hat sich von A bis Z gelohnt“. Und es wird sich auch in Zukunft lohnen, denn das Auswandererhaus und das Deutsche Schifffahrtsmuseum planen Erweiterungsbauten, blickt Jan Rohrbach in die Zukunft.
Was würde Jan Rohrbach beruflich reizen, wenn er nicht voll und ganz in seiner Arbeit in Bremerhaven aufgehen würde? Was wäre noch eine richtige berufliche Herausforderung für ihn? Bei dieser Frage muss er lange nachdenken, denn „darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht“. Dann hat er es. „Irgend etwas in British Columbia in Kanada“, sagt er. Dabei denkt er sofort an die touristische Vermarktung, denn British Columbia sei keine Stadt mit Attraktionen, die man vermarkten könnte, sondern Fläche, eine riesige Weite. „Das wäre etwas ganz anderes, aber bestimmt sehr interessant“. Das wäre die eine Möglichkeit. Die andere wäre ein Job im Food-Bereich, „etwas mit Lebensmitteln, das muss eine ganz andere Welt sein, aber bestimmt hoch spannend und sehr interessant“.
Da könnte er natürlich auch mal bei seiner Frau Diana nachfragen, nach Jan Rohrbachs Worten „die beste Frau der Welt“. Sie arbeitet als Sommelière und kennt sich somit sehr gut mit den Weinen dieser Welt aus. „Und sie kocht fantastisch“, fügt ihr Mann noch an. Gemeinsam lebt die Familie mit dem dreijährigen Sohn Ben in Bremerhaven mit Blick auf die Weser.
Wenn die Familie verreist, sind die Mecklenburgische Küste, das Land Brandenburg, Hamburg und Köln die bevorzugten Ziele. Und wenn sie das Fernweh packt, geht es nach Andalusien oder mit dem Bus nach Paris oder ins Tessin. Dieses Jahr steht eine Urlaubsreise nach München auf dem Programm. Mit einem Genießerstopp in Rheinhessen samt möglicher weiterer Zwischenstation im Deidesheimer Hof an der Deutschen Weinstraße in Deidesheim. Hier gibt´s original Pfälzer Saumagen mit Kartoffelpüree und Sauerkraut. Damit kann man Jan Rohrbach locken.
