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7.2.2012 : 6:45 : +0100

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2009 Mai - Thomas Köhler

Bova-Fahrer gewann Setra Grand Prix

Seit Januar 1993 stellt der Bus Blickpunkt jeden Monat den "Manager des Monats" vor. Es sind Leute, die direkt oder indirekt mit der Busbranche in Verbindung stehen, mit Ideen und Innovationen Akzente setzen und dafür sorgen, dass das Image der Bustouristik steigt und die Zahl der Busreisenden immer größer wird. Der Manager des Monats Mai 2009, so die Wahl des Bus Blickpunkt, heißt Thomas Köhler, Busfahrer der Satra Eberhardt GmbH aus Dresden.

Thomas Köhler
Thomas Köhler

Der Setra Grand Prix ist ein Geschicklichkeitswettbewerb für Busfahrer. Er fand in diesem Jahr zum achten Mal statt: vom 6. bis 8. April auf dem Nürburgring. 120 Fahrer aus 28 Ländern waren am Start. Wirtschaftliches Fahren auf einer 5,1 km langen Nürburgringrunde, Geschicklichkeits-Parcours mit Einparken und Hindernissen, sicheres Fahren und Schneekettenmontage in maximal 2 Minuten waren die einzelnen Stationen des Wettbewerbs. Über eine Punktwertung wurde der Gesamtsieger ermittelt. Er hieß in diesem Jahr Thomas Köhler (39) und kam aus Dresden. Bus Blickpunkt sprach mit ihm. 

• Herr Köhler, beim Setra Grand Prix waren Busse vom Typ Setra S 415 GT-HD und Setra S 416 HDH im Einsatz. Mit welchem Bus sind Sie als Busfahrer im Alltag unterwegs?
Thomas Köhler: Mit einem Bova.
• Wie das? Zum Setra Grand Prix werden doch Setra-Kunden eingeladen und nicht Bova-Kunden?
Thomas Köhler: Ich hatte Glück beim Gewinnspiel der Fachzeitschrift „Busfahrer“. Da wurden fünf Plätze für die Teilnahme am Setra Grand Prix verlost. Einen davon gewann ich.
• Für welches Busunternehmen fahren Sie?
Thomas Köhler: Für Satra Eberhardt in Dresden.
• Was heißt Satra, klingt ja fast wie Setra?
Thomas Köhler: Satra ist die Abkürzung für Sachsen-Transport. Es ist eine GmbH innerhalb der Eberhardt Unternehmensgruppe. Die Eberhardt Unternehmensgruppe hat ihren Sitz in Pforzheim. In Dresden gehören dazu die Tochtergesellschaften Eberhardt Travel und die Satra Eberhardt GmbH. Eberhardt Travel ist der Reiseveranstalter, Satra ist der Busbetrieb. Beides juristisch selbstständige Einheiten. Eberhardt Travel mietet die Busse für seine Reisen bei Satra an.
• Welchen Beruf haben Sie erlernt?
Thomas Köhler: Maschinenbauer.
• Wie sind Sie zum Beruf des Busfahrers gekommen?
Thomas Köhler: Ich hatte schon als Kind großes Interesse am Motorsport und habe bei der DDR-Mokick-Rallye Ende der achtziger Jahre einmal den zweiten Platz gelegt.  Dabei habe ich Sportfreunde getroffen, die Taxifahrer waren, später gehörte auch ein Busunternehmen dazu. Und so bin ich in der Wendezeit gewissermaßen in den Beruf des Busfahrers hineingerutscht.
• Wo sind Sie geboren?
Thomas Köhler: In Dresden.
• Haben Sie eine Familie?
Thomas Köhler: Meine Frau und ich haben drei Kinder. Wir sind aber nicht verheiratet. Noch nicht.
• Was war für Sie die schwierigste Aufgabe beim Setra Grand Prix?
Thomas Köhler: Das Rückwärtseinparken in die Gasse beim Geschicklichkeitswettbewerb. Denn der Setra war ja ein 13-Meter-Fahrzeug. Mein Bova ist aber nur 12-Meter lang. Also wusste ich nicht genau, wie sich das Fahrzeug lenkt, wie die Spiegel stehen. Dann ging vorne und hinten nichts mehr. Da habe ich mir dann meinen einzigen Fehlerpunkt geholt.
• Vor welcher Station hatte Sie im Vorfeld den meisten Respekt?
Thomas Köhler: Vor der Schneekettenmontage. Ich wollte sie vorher noch mal üben, bin aber nicht mehr dazu gekommen. Es lief dann alles glatt.
• Was war das schönste am Setra Grand Prix?
Thomas Köhler: Mal den ganzen Tag mit Kollegen fachsimpeln zu können. So eine Veranstaltung wertet den Beruf des Busfahrers auf.
• Was ist Ihr Traumbus? Mit welchem Bus würden Sie gerne mal fahren?
Thomas Köhler: Mein Traumbus ist mein Bova mit behindertengerechter Ausstattung.
• Warum?
Thomas Köhler: Weil Bova meiner Meinung nach die besten behindertengerechten Busse baut.
• Weshalb fahren Sie ausgerechnet Behindertenbusse?
Thomas Köhler: Weil der, der diese Aufgabe noch bis vor einiger Zeit bei Satra gemacht hat, in Rente gegangen ist. Ich hab´s mir angeguckt und bin dabei geblieben. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, nichts läuft 08/15. Man ist nicht irgendein austauschbarer Fahrer, sondern Partner und Freund der Reisenden.  Man bekommt jeden Tag ein Dankeschön.
• Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf?
Thomas Köhler: Die Selbständigkeit in der Arbeit.
• Waren Sie am Start aufgeregt?
Thomas Köhler: Mäßig. Wir hatten jüngst in unserer Firma mehrere Sicherheitstrainings. Wir waren auf dem Sachsenring, dort wurde u.a. das Ökonomie-Modul absolviert. Also, ich war auf das, was kommt, eingestimmt.
• Was sind für Sie die wichtigsten Eigenschaften eines Busfahrers?
Thomas Köhler: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.
• Wohin fahren Sie in diesem Jahr in Urlaub?
Thomas Köhler: An die Mecklenburgische Seenplatte. Drei Stunden Fahrt. Mehr ist den Kindern nicht zuzumuten.
• Wie entspannen Sie sich?
Thomas Köhler: Nichts tun oder am Bus basteln.
E Angenommen, Sie würden morgen als Buskonstrukteur arbeiten. Was würden Sie als erstes verbessern?
Thomas Köhler: Ein Kraftstoff-Verbrauchsgerät einbauen, mit Momentananzeige, und Reisebusse mit einem zweiten Innenspiegel für den Reiseleiter ausstatten.
• Wo wird der Setra-Pokal zu Hause stehen?
Thomas Köhler: Der Pokal bekommt auf jeden Fall einen Ehrenplatz in unserer Wohnung. Wir räumen gerade um. Er wird der Blickfang in der Schrankwand.