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2009 Februar - Ernst Lambürger
Organisator des LBO-Eisstockschießens
Seit Januar 1993 stellt der Bus Blickpunkt jeden Monat den "Manager des Monats" vor. Es sind Leute, die direkt oder indirekt mit der Busbranche in Verbindung stehen, mit Ideen und Innovationen Akzente setzen und dafür sorgen, dass das Image der Bustouristik steigt und die Zahl der Busreisenden immer größer wird. Der Manager des Monats Februar 2009, so die Wahl des Bus Blickpunkt, heißt Ernst Lambürger, Busunternehmer aus Zwiesel und Organisator des LBO-Eisstockschießens.

- Ernst Lambürger mit seiner Teufelsgeige im Gasthof Strassner
Einmal im Jahr fahren die bayerischen Omnibusunternehmer in den Bayerischen Wald. Dort, in Zwiesel, hat Ernst Lambürger sein Busunternehmen, und hierhin, in seine Heimat, lädt der heute 68-jährige Busunternehmer jedes Jahr im Januar die Kollegen aus dem Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) zum Eisstockschießen ins Eissportzentrum im benachbarten Regen ein. Gemeinsam geht man hier dem niederbayerischen Volkssport des Eisstockschießens nach – manche erfolgreich, andere weniger – und nutzt die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und um miteinander ins Gespräch zu kommen.
Inzwischen ist das jährliche Eisstockschießen nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender des LBO wegzudenken. Ernst Lambürger ist zwar der Meinung, es sei langsam mal genug, doch jedes Mal, wenn „der Ernst“, wie ihn hier alle nur nennen, ans Aufhören denkt, fährt ihm jemand in die Parade. Sei es Enkeltochter Caroline, die dem Opa dann selbstlos ihre volle Unterstützung zusichert, sei es Horst Schilling, der Geschäftsführer des LBO, oder sei es – wie in diesem Jahr – Peter Bruckner, der Bezirksvorsitzende aus der Oberpfalz, der sich bei der Siegerehrung schon laut, für alle vernehmlich und schelmisch grinsend auf´s nächste Jahr freute.
Wer Ernst Lambürger kennt, weiß, dass es dem niederbayerischen Original die größte Freude bereitet, wenn sich alle in „seinem“ Bayerischen Wald wohlfühlen und das Eisstockschießen samt Rahmenprogramm allen so richtig Spaß macht. Dann weiß Ernst Lambürger nämlich auch, dass seine Saat aufgegangen ist, dass das, was er mit diesem jährlichen Branchentreff erreichen wollte, tatsächlich auch eingetreten ist. „Es war vor dreizehn Jahren“, erinnert sich Ernst Lambürger im Gespräch mit dem Bus Blickpunkt, als sein Kollege Hans Maier zu ihm gekommen sei, und ihm, der damals LBO-Bezirksvorsitzender Niederbayern war, die Idee mit dem Eisstockschießen vortrug. „Das ist eine gute Idee“, hatte Lambürger geantwortet, und so war das jährliche Eisstockschießen mit Übernachtung und Abendprogramm in Frauenau geboren. „Ich kann mich noch gut an die Generation unserer Väter erinnern“, nennt Lambürger die Hintergründe. „Die konnten sich nicht riechen und waren oft genug gegenseitig voll von Vorurteilen. Das wollte ich ändern, Vorurteile abbauen, miteinander ins Gespräch kommen, das war die Idee des Eisstockschießens.“
Wenn Ernst Lambürger heute zurückblickt, hat sich dieser Zweck erfüllt. „Das Turnier ist zu einem Selbstläufer geworden. Im ersten Jahr waren dreißig Teilnehmer dabei, im Jahr 2008 waren es 15 Mannschaften mit 60 Schützen, das war der Rekord“, sagt Lambürger. Dieses Jahr traten immerhin dreizehn Mannschaften mit je vier Spielern gegeneinander an.
Doch zum jährlichen Eisstockturnier gehört mehr als nur der sportliche Wettkampf mit den Eisstöcken. Das Turnier wird traditionell am Vorabend mit einer Fackelwanderung und anschließendem Schweinsbratenessen im Gasthof Strassner in Spiegelhütte eröffnet – obwohl bemerkt werden muss, dass Ernst und Ehefrau Hermine Lambürger die Gäste ganz am Anfang noch bei sich zuhause bewirteten! Da es im Gasthof Strassner immer zünftig, urig und lustig zugeht, bekam Ernst Lambürger im vergangenen Jahr von seinen Kollegen ein ganz besonderes Geschenk für diesen ganz besonderen Abend: eine Teufelsgeige. Es sei hier nur am Rande gesagt, dass diese Teufelsgeige auch in diesem Jahr reichlich zum Einsatz kam.
Zur Tradition ist inzwischen auch das Weißwurstessen am Turniertag geworden. Die Weißwürste spendiert heute noch Neoplan, genau wie beim ersten Turnier, als sich Konrad Auwärter sofort bereit erklärt hatte, für das leibliche Wohl der Lambürgerschen Eisstockschützen zu sorgen. Auch Volvo gesellte sich früh zu den Sponsoren der Veranstaltung, Mercedes-Benz und Setra folgten etwas später. Ebenfalls traditionell ist inzwischen das Politikergespräch am Nachmittag nach dem Turnier, die Siegerehrung und der anschließende gesellige Abschlussabend, bei dem so mancher Busunternehmer länger auf seinem Stuhl sitzen bleibt, als er gesetzlich Bus fahren dürfte, und das alles ganz freiwillig.
Das Eisstockturnier fordert von Ernst Lambürger natürlich einen enormen organisatorischen Aufwand, und immerhin muss sich der Unternehmer ja auch noch um sein Busunternehmen mit acht großen Bussen, 22 Kleinbussen und seine rund 55 Mitarbeiter kümmern. Da indes ist Unterstützung in Sicht. Die 22-jährige Enkeltochter Caroline sammelt gerade Erfahrung bei der BVG in Berlin, geht danach noch für einige Zeit zum BDO und steigt dann ins Familienunternehmen ein. Zeit also, ans Aufhören zu denken? „Da das Gewerbe nicht nur mein Beruf, sondern auch mein Hobby ist, ist es auch schwierig, es aus der Hand zu geben“, lacht Ernst Lambürger bei dieser Frage. Um sich in seinen geliebten Garten zurückzuziehen, ist es dann wohl doch zu früh. Also auf ein Neues im nächsten Jahr!
