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2008 Dezember - Dorothea Schäffler
Dorothea Schäffler - Sales/Marketing, Thüringen Tourismus
Seit Januar 1993 stellt der Bus Blickpunkt jeden Monat den "Manager des Monats" vor. Es sind Leute, die direkt oder indirekt mit der Busbranche in Verbindung stehen, mit Ideen und Innovationen Akzente setzen und dafür sorgen, dass das Image der Bustouristik steigt und die Zahl der Busreisenden immer größer wird. Der Manager des Monats November 2008, so die Wahl des Bus Blickpunkt, heißt Dorothea Schäffler, Sales/Marketing bei Thüringen Tourismus.

- Dorothea Schäffler
Hiking Do heißt auf Japanisch Wanderweg. Der Hiking Do ist eines der ersten Wörter, das Dorothea Schäffler bei ihrem Japanischkurs an der Volkshochschule Erfurt gelernt hat. Für eine Touristikerin aus dem Wanderland Thüringen ein optimaler Einstieg in diese Sprache.
Dorothea Schäffler betreut bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) die Reiseveranstalter – darunter auch die Busunternehmer – und ist für Sales und Marketing zuständig. In dieser Funktion wirbt sie nicht nur auf dem RDA-Workshop in Köln oder dem Thüringen Travel, sondern auch auf japanischen Messen für das Reiseland Thüringen; immerhin ist Japan einer der bedeutendsten außereuropäischen Märkte für den Tourismus in Deutschlands starker Mitte. Und so lernt die Sächsin Dorothea Schäffler für den Freistaat Thüringen Japanisch.
Richtig gelesen: Dorothea Schäffler, für viele Busunternehmer eines der bekanntesten Gesichter Thüringens, ist Sächsin, geboren in der Landeshauptstadt Dresden und aufgewachsen im 6.000-Einwohner-Städtchen Olbersdorf im Zittauer Gebirge. Und so etwas prägt, da gibt es keine Frage: „Ich bin immer noch Sächsin“, lacht Dorothea Schäffler im Gespräch mit dem Bus Blickpunkt, und zur original Thüringer Rostbratwurst – die beste in Erfurt gibt es nach ihren Worten übrigens bei der Metzgerei Zitzmann – gibt es bei ihr nicht etwa den traditionsreichen Thüringer Born-Senf, sondern die sächsische Variante aus Bautzen; soviel Sachsen muss sein, auch in Erfurt.
In Sachen Senf hat also Sachsen die Nase vorn, doch bei der Verpflichtung der 34-jährigen studierten Tourismuswirtschafterin waren die Thüringer schneller. Hier in Erfurt, bei der TTG, absolvierte Dorothea Schäffler ihr Pflichtpraktikum während des Studiums, und noch bevor sie ihre Diplomarbeit fertig geschrieben hatte, sicherte sich die damals noch junge und im Aufbau befindliche TTG die Dienste der jungen Akademikerin. Neun Jahre ist das nun her, und in diesen neun Jahren hatte Dorothea Schäffler verschiedene Aufgabenbereiche in der TTG, bis sie im Herbst 2004 die Nachfolge von Jana Dworotzek als Betreuerin für die Reiseveranstalter übernahm. Seither kennen sie auch viele Busunternehmer, und jährlich kommen neue dazu.
„Viele Busunternehmer sind sehr bodenständig und kommen aus Familienbetrieben“, sagt Dorothea Schäffler, das gefalle ihr. „Mit vielen, ob klein, ob groß, hat man auch ein nettes Verhältnis und freut sich, wenn man sich wieder mal trifft.“ Das gelte auch für die Paketreiseveranstalter, die mit Dorothea Schäfflers tatkräftiger Hilfe die Pakete für Thüringen schnüren. Mit Behringer Touristik, OTS und Grimm Touristik Wetzlar beispielsweise klappe das alles „ganz hervorragend“, bei dem ein oder anderen Paketer sieht die Thüringer Touristikern indes „noch einiges an Potenzial“. Wie sie das so sagt, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Es verrät Zuversicht, dass sie auch hier noch die Ziele in Thüringen so in die Kataloge bekommt, wie sich das nach ihrer – zugegebener Maßen nicht unbedingt objektiven – Meinung auch gehört.
Und bei diesen Zielen gerät Dorothea Schäffler ins Schwärmen. Wenn sie über Thüringen spricht, dann spricht aus ihr die Thüringerin. Da es in den alten Bundesländern noch viel zu viele Menschen gebe, die die neuen Länder noch nie besucht hätten, sei die typische klassische Thüringen-Tour als Empfehlung noch immer an erster Stelle zu nennen: „Erfurt, Weimar, Eisenach.“ Erfurt mit seiner Altstadt, der Krämerbrücke, dem Dom und der Festung Petersberg, Weimar mit Schiller- und Goethehaus, der Anna-Amalia-Bibliothek und seinen Schlössern und Parkanlagen sowie Eisenach mit der Wartburg und dem Luther- und Bachhaus, das sei und bleibe die klassische Thüringentour für „Absolute Beginners“, also blutige Anfänger in Sachen Thüringen. Für die Fortgeschrittenen kämen dann Städte wie Schmalkalden, die Fachwerkstadt Bad Langensalza, Jena oder Gera und natürlich ein Besuch im Thüringer Wald in Frage. „Ach, da könnte man noch so viele nennen, ich weiß jetzt schon, dass alle, die ich hier jetzt nicht aufzähle, bei mir anrufen werden…“
Doch dafür, dass niemand in Thüringen zu kurz kommt, dafür gibt es jedes Jahr den Thüringen Travel, bei dem sich die touristischen Leistungsträger des Bundeslandes den internationalen Reiseveranstaltern präsentieren können. Der Travel sei ihr sehr wichtig, sagt Dorothea Schäffler, zum einen, weil der Travel viel zum Zusammengehörigkeitsgefühl der rund 30 Mitarbeiter der TTG beitrage, zum anderen, weil man wieder mit vielen Busunternehmern und Reiseveranstaltern in persönlichen Kontakt komme.
Und das ist genau das, was Dorothea Schäffler an ihrer Arbeit Spaß macht, vor allem dann, wenn man den Erfolg auch greifen kann, wie beim Thüringen Travel in diesem Jahr. „Da war ein Busunternehmer aus Neumünster, der war zum ersten Mal auf dem Travel und hat daraufhin gleich seine Saison-Abschlussfahrt mit 350 Gästen nach Thüringen gemacht“, freut sich Dorothea Schäffler. „Dann merkt man, die Arbeit bringt auch was.“ Von solchen Busunternehmern, lacht Dorothea Schäffler, könnte es noch jede Menge geben. Der Thüringen Travel werde zwar Jahr für Jahr gut besucht, doch auch hier sieht die Tourismuswirtschafterin noch viel Potenzial, vor allem aus den alten Bundesländern.
Trotz des derzeitigen Marktumfelds blicken die Thüringer Touristiker zuversichtlich ins neue Jahr. „Wir sind der Ansicht, dass die derzeitige Krise dem Inlandstourismus helfen könnte. Die Flugpreise steigen, die Hotelpreise steigen – das könnte uns zugute kommen.“ Mit dem Bauhaus, dem Schillerjahr und zwanzig Jahren Mauerfall habe man in Thüringen 2009 außerdem „gute Themen“, die den Tourismus weiter beflügeln sollten. Dorothea Schäffler sieht dem neuen Jahr daher „verhalten optimistisch“ entgegen. (pg)
