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2007 Dezember - Udo Jürgens
Udo Jürgens - Gelungener Musical-Start in Hamburg
Die Sahne gibt's in einem ehrenwerten Haus. Am 2. Dezember feierte das Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York" vor einem begeisterten Publikum im TUI-Operettenhaus in Hamburg eine großartige Weltpremiere. "In diesem ehrenwerten Haus" erfährt Udo Jürgens jetzt bei acht Aufführungen in der Woche eine ganz besondere Ehrung für sein musikalisches Lebenswerk.
Dieses Musical wird das Geschäft der Bustouristik im Jahr 2008 beleben wie ein warmer Regen die junge Saat. Schon vor der Premiere, bei vielen Previews, zeigte die Busbranche Präsenz. Ganz wichtig, damit die tägliche ßberfahrt nach New York auf lange Sicht ein Erfolg bleibt. Seit Monaten herrscht eine riesige Nachfrage nach Tickets zu dieser musikalischen Reise durch die Liedersammlung des charmanten und beliebten Weltstars, dessen Songs von Ikonen der Musikgeschichte wie Sammy Davis Jr., Frank Sinatra, Shirley Bassey, Bing Crosby und Catarina Valente interpretiert wurden. Eigens für Frank Sinatra komponierte Udo Jürgens den Song "If I never sing another Song", den Sinatra indes wegen seiner Karrierepause an seinen Freund Sammy Davis Jr. abtrat, der von da an jeden seiner Konzert- und Fernsehauftritte mit diesem Lied beendete.
23 Udo-Jürgens-Songs erwarten den Musicalbesucher im Hamburger Operettenhaus. Nicht nur die bekannten Superhits, die fast jeder auswendig mitsingen kann, sondern auch einige leise, nicht ganz so populäre, die die Geschichte um die karrieresüchtige Fernsehmoderatorin Lisa und ihre Familie rund machen. Und es ist auch diese Geschichte, die Udo Jürgens wichtig ist, denn sie ist in der heutigen Zeit angesiedelt, schildert die Konflikte unserer heutigen Gesellschaft und ist damit so, wie seine Lieder. Sie hat eine Aussage und beschäftigt sich mit Themen, die die Menschen beschäftigen. Ehe, Scheidung, Kinder zu haben, die Sprachlosigkeit zwischen den Generation und die Frage, wohin mit den Alten? "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an", sang Udo Jürgens zwar einst, doch inzwischen stellen sich auch hier andere Fragen.
Fragen, auf die es auch musikalische Antworten geben sollte, und so rannte Stage Entertainment offene Türen ein, als das Unternehmen bei Udo Jürgens mit dem Konzept für ein Musical anfragte. "Sie waren nicht die ersten", sagte Udo Jürgens bei der offiziellen Pressekonferenz, "aber die überzeugendsten". Und die Zusammenarbeit mit Michael Reed, der die Orchestrierung der einst für Udos Solo-Auftritte geschriebenen Songs übernahm, "ist für mich wie ein Adelsschlag". Der Brite war musikalischer Leiter bei über zwanzig West-End-Musicals und schwang bereits den Taktstock, als das "Phantom der Oper" seine Welturaufführung feierte. Selbst ein Profi, war Jürgens so professionell, die künstlerischen Arbeiten für das Musical den Profis zu überlassen. Christian Struppeck ist Künstlerischer Leiter von Stage Entertainment Deutschland und Regisseur und Koautor des Buches. Grimme-Preisträger Gabriel Barylli schrieb die Bühnenversion und Kim Duddy die Choreografie. "Das meiste war Sache der Profis", sagt Jürgens, "ich habe mich erst in der letzten Phase eingeklingt und meinen Senf dazu gegeben, sofern man ihn haben wollte."
ßber eine gewisse Musical-Erfahrung verfügt er schließlich ja auch. 1972 hat er das Musical "Helden" nach dem Klassiker von George Bernhard Shaw auf die Bühne gebracht. Lange her, aber ein gigantischer Erfolg, nicht nur in Wien. Daher treibt es ihn noch heute auf die Barrikaden, wenn das Genre Musical als seichte Unterhaltung abgetan wird. "Ich halte das Genre für schwer unterschätzt. Dagegen müssen wir uns wehren. Der von mir sehr geschätzte Intendant der Wiener Staatsoper zum Beispiel findet, dass durch Musicals sein Haus entweiht wurde. Was für ein Unsinn! Genau das Gegenteil ist der Fall."
Theater sei schon immer dafür da gewesen, Geschichten für Leute von der Straße zu erzählen. Mit einer Musik, die alle Menschen fühlen können. "Auch Mozart wollte nicht nur das intellektuelle Publikum. Er wollte, dass seine Zauberflöte in Gassenhauerlokalen aufgeführt wird. Da machen die Kulturbetriebe mit ihrer elitären Ansprache oft einen Riesenfehler." So einen hat Udo Jürgens noch nicht gemacht. Der 1934 als Jürgen Udo Bockelmann im österreichischen Klagenfurt geborene, frisch gekürte Musicalstar entdeckte schon früh seine Liebe zur Musik und blieb ihr ein Leben lang treu. Schon mit fünf spielte er Mundharmonika, mit sieben Akkordeon und später Klavier, das zu seiner Leidenschaft wurde. Er studierte am Konservatorium Klagenfurt Klavier, Harmonielehre, Komposition und Gesang und versuchte sich schon in frühen Jahren als Komponist und Sänger. Der Durchbruch gelang ihm 1966 mit dem Sieg beim Grand Prix mit dem Lied "Merci Chérie". Seitdem ist er einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker. Er schrieb fast tausend Songs, darunter Hits wie "Griechischer Wein" und natürlich "Ich war noch niemals in New York".
Das zumindest stimmt nicht ganz. Denn am 4. Juli 1999 heiratete Udo Jürgens seine damalige Lebensgefährtin Corinna Reinhold in New York, doch im Jahr 2006 folgte die Scheidung. "Ich bin kein Ehemann. Aus", sagte er damals. "Es haut irgendwie nicht hin mit der Eheprüfung." Der erfolgreiche Musiker glaubte schon damals nicht, dass ihm seine Fans die Trennung übel nehmen. "Die Leute kriegen mit, der hat auch mal ßrger. Ist krank, hat 'ne Scheidung, Stunk zu Hause, Krisen. Dann rückt man zusammen." Reinhold war die zweite Frau des Schlagerstars. In erster Ehe war er mit dem ehemaligen Fotomodell Panja verheiratet. Aus dieser Beziehung stammen die inzwischen erwachsenen Kinder Jenny und John. Außerdem hat Udo Jürgens zwei uneheliche Kinder, Sonja, die in Berlin lebt, und Gloria, mit einer ehemaligen Freundin ihn Wien.

